Märkischer Landweg

9. Etappe: Das Erbe der Hugenotten

Wir erneuern unsere Bekanntschaft mit der Welse, jenem Fluss, der den Ablauf vom Wolletzsee bildet und uns im Bereich seiner Mündung ein fantastisches Landschaftserlebnis bescherte (siehe 6. Etappe). Nun ist die Landschaft offen und nicht weniger interessant. Auffällig große Gebäude, Speicher oder Scheunen, fallen ins Auge und prägen das Bild in den Dörfern. Vor mehr als 300 Jahren holte Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, die Hugenotten ins Land. Sie entwickelten großen Einfluss auf Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft und etablierten den Anbau und die Verarbeitung von Tabak in der Region. Das Land an der Oder wurde neben der Pfalz und Baden zum größten Tabakanbaugebiet in Deutschland. „Sie war, zu schließen nach meiner Weh, höchstens aus der Kastanienallee. Sie war nicht gesauct, sie war gejaucht; und ich habe seitdem nicht wieder geraucht“, erinnerte sich Theodor Fontane an das Rauchen einheimischer Zigarren. Auch wenn dies sehr gut in die modernen Ansichten der Nichtraucher passt, war die Qualität des Tabaks besser als ihr Ruf und die sichtbaren Zeugnisse dieses einst wichtigen Wirtschaftszweiges gehören zum Bild und zur Geschichte des Landes.

Wegescout: Susanne Appel
(Wegescouting erfolgte im September 2008)

Wegbeschreibung / Sehens-, Wissenswertes

Wegbeschreibung / Sehens-, Wissenswertes

(Nummern einzelner Stationen: siehe auch Karte u. Einkehr; Abkürzungen:
re=rechts, li=links, R=Richtung, WW=Wegweiser, M=Markierung, Str.=Straße)


Wir starten am Bahnhof (1) und gehen durch die Bahnhofstr. zur Karl-Marx-Str. Hier re zur Franz-Lefevre-Str. Hier haben wir wieder die M des Märkischen Landweges. Dieser folgen wir durch die Helbigstr. in die Fritz-Krumbach-Str. Wir wenden uns kurz nach re und erreichen einen nach li führenden Fuß-/Radweg. Nun folgen wir der M nach Norden auf mehr oder weniger schmalen, unbefestigten Wegen, bis vor uns der Wasserspiegel einer ehemaligen Kiesgrube (2) auftaucht. Wir haben die Stadt hinter uns gelassen. Nach li führt ein Plattenweg zur Str., hier re. Noch bevor wir die Hochspannungsleitung erreichen, gehen wir auf den Weg (3) li in einem Bogen, vorbei an einem kleinen Teich, nach Vierraden. Am Ortseingang empfängt uns das Tabakmuseum. Daneben gibt es im Ort noch einige weitere sehenswerte Objekte, die mit dem Anbau und der Verarbeitung des Tabaks verbunden sind. Jenseits der überdachten Brücke (4), auf der anderen Seite der Welse, bei  nden sich u.a. die Turmruine einer mittelalterlichen Wasserburg und eine ehemalige Wassermühle. Nach einem Schwenk durch den Ort wandern wir nördlich zur B2. Diese unterqueren wir nach li und wenden uns am nächsten Feldweg nach re. Die Welse l   ießt re von uns, wir nehmen sie aber erst richtig wahr, wenn wir sie auf der Brücke überqueren. Wir folgen der M über Sandwege und Trockenrasen und i  nden uns plötzlich in völlig anderer Umgebung wieder. Ein tiefer Hohlweg (5) bringt uns bergauf zu einer Hochebene. Vor uns liegt Hohenfelde. An gepl  egten neuen Häusern vorbei kommen wir zur Dorfstr., auf welcher wir den Ort nach re verlassen. Am Eingang zum Nationalpark (6) wenden wir uns nach li auf einen bequemen Waldweg. Diesem folgen wir auf den nächsten Kilometern, mal am Waldrand entlang, mal durch lichten Kiefern-, Lärchen- oder Laubwald. Dem WW nach Groß Pinnow (7) folgend, erreichen wir das Ende der Tagesetappe (8).

Streckenprofil

Info

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